Aufbruchsstimmung beim Bundesheer -Top-Information durch GenLt Bair und Bgdr Jawurek

Wie schnell sich doch die Zeiten ändern! Es ist noch nicht lange her, da war Einsparen, Verkleinern, Zergliedern und Zusperren beim Bundesheer an der Tagesordnung. Nun, einige Bedrohungslagen später, erkennen die Verantwortlichen in der Republik die Notwendigkeit des Heeres wieder und geben zusätzliche Mittel frei. GenLt Mag. Bernhard Bair, stv. Chef des Generalstabes, und Bgdr Mag. Martin Jawurek, Militärkommandant Niederösterreich, informierten auf Einladung der ÖOG durch Präsident Bgdr MR Dr. Peter Fender und des NÖKB in der Hesserkaserne St. Pölten über den Stand der Dinge.

Und was die Besucher, darunter auch zahlreiche Vertreter des NÖKB, angeführt von Präs. SR Josef Pfleger, dabei zu hören bekamen, stimmt durchaus positiv. GenLt Mag. Baier: "Es ist das erste Mal seit 38 Jahren, dass neue Bataillone aufgestellt werden. Es hat ein grundlegender Paradigmenwechsel stattgefunden. Gleichzeitig wird in die Ausrüstung der Truppe und in modernes, den Bedrohungslagen entsprechendes Gerät investiert." Dazu zählen u. a. neue Helme ebenso wie gepanzerte Fahrzeuge und Flugzeuge. Im kommenden Jahr heißt dies, dass es um 273 Mio. Euro mehr gibt fürs Heer.

Auch in der Heeresorganisation wird den neuen Aufgaben entsprochen: "Unsere Ziele dabei lauten: Stärkung der Einsatzkräfte, bessere Abläufe, optimierte Zusammenarbeit - auch über Ministeriumsgrenzen hinweg", so GenLt Bair.

Die neuen Anforderungen an die innere und äußere Sicherheit und die geänderten Rahmenbedingungen machen auch ein Aufstocken der Truppenstärke nötig. Bgdr Jawurek: "Unsere größte Herausforderung ist es im Moment, die "Papierkompanien" mit Soldaten befüllen zu können. Daher müssen wir konsequent um Mitarbeiter werben. Das soll vor und während der Stellung geschehen. Unter dem Titel "Mein Verband zum Angreifen" sollen die einzelnen Verbände direkt bei den Stellungspflichtigen für sich die Werbetrommel rühren." Gleichzeitig setzt der neue Militärkommandant auch auf die Wiederbelebung der Funktion des Informationsoffiziers: "Wir müssen wieder in den Schulen präsent sein." Auch dem Einjährig-Freiwilligen-Modell wollen die beiden hochrangigen Offiziere neues Leben einhauchen. Damit all dies möglich ist, braucht es auch die Hilfe der wehrpolitisch relevanten Organisationen.

NÖKB-Präsident SR Josef Pfleger: "Der NÖKB wird sich wie in der Vergangenheit  etwa bei der Erhaltung der Wehrpflicht und der Kasernenstandorte, etc. für die Belange des Heeres einsetzen. Auf uns kann man zählen."

GenLt Mag. Bernhard Bair, stv. Chef des Generalstabes, bei seinen Ausführungen.
Wo und wie es in Niederösterreich derzeit läuft, erläuterte Militärkommandant Bgdr Mag. Martin Jawurek.
Das offizielle Gruppenbild: Militärkommandant Bgdr Mag. Martin Jawurek, OG NÖ-Präsident Bgdr MR Dr. Peter Fender, GenLt Mag. Bernhard Bair, und NÖKB-Präsident SR Josef Pfleger
Freude herrschte gleich zu Beginn beim Präsidenten der Offiziersgesellschaft Dr. Fender (re.): Bgdr Jawurek überreichte ihm seine Beitrittserklärung.
   
30.11.2016 / Text und Bilder: LV-Stv. Christoph Chromy / JKP